Nachdenkliches

AN ALLE ADOPTIERTEN KINDER

 

Es waren einmal zwei Frauen,

die sich nie begegnet waren.

Eine an die du dich nicht erinnerst

die Andere die du Mutter nennst.

 

Zwei verschiedene Leben,

zur Vollendung eines einzigen, dem deinen.

Die Eine war dein guter Stern,

die Andere ist deine Sonne.

 

Die Erste gab dir das Leben,

die Zweite lehrte dich es zu leben.

Die Erste erschuf in dir den Hunger nach Liebe,

Die Zweite war da um ihn zu stillen.

 

Die Eine gab dir deine Wurzeln.

Die Andere gab dir ihren Namen.

Die Erste gab dir deine Fähigkeiten,

die Zweite gab dir ein Ziel.

 

Die Eine erschuf in dir Emotionen.

Die Zweite beruhigte deine Ängste.

Die Eine erhielt dein erstes Lächeln.

Die Andere trocknete deine Tränen.

Die Eine gab dich frei zur Adoption,

das war alles was sie für dich tun konnte.

Die Andere betete darum ein Kind zu haben,

und Gott führte sie zu dir.

 

Und nun, wenn du unter Tränen,

die ewige Frage mir stellst.

Vererbung oder Erziehung,

wessen Frucht bin ich denn nun?

Weder der einen noch der anderen, mein Kind

sondern einfach die Frucht zwei verschiedener Formen der LIEBE.

 

von einem unbekannten phillipinischen Autor

Epilog aus dem Buch „Adopte moi quand-même“ von Josette Dufour

 

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Eure Kinder sind nicht eure Kinder.

Es sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht

Des Lebens nach sich selbst.

Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,

und obwohl sie mit euch sind,

gehören sie euch doch nicht….. .

Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein,

aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.

Denn das Leben läuft nicht rückwärts,

noch verweilt es beim Gestern.

Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder

als lebende Pfeile ausgeschickt werden.

 

Khalil Gibran